3 Tage, 3 Freunde, 150 Kilometer - der HeartRun Mühlviertel

Vom 24. bis 26. Juli 2026 schnüren Lukas, Xaver und Niko die Laufschuhe für den guten Zweck. Unter dem Motto "Gemeinsam helfen" laufen sie quer durch das ganze Mühlviertel, um Spenden für drei Kinder aus der Region zu sammeln.

Was als spontane Herausforderung unter Freunden begann, entwickelt sich mittlerweile zu einem außergewöhnlichen Charity-Projekt im Mühlviertel. Wenn Lukas, Xaver und Niko Ende Juli ihre Laufschuhe schnüren, geht es längst nicht mehr nur um Sport. Es geht um Zusammenhalt, Solidarität und darum, drei Familien aus der Region konkret zu unterstützen.

Vom 24. bis 26. Juli 2026 wollen die drei jungen Männer beim "HeartRun" das gesamte Mühlviertel durchqueren: vom nordwestlichsten Punkt, dem Dreiländereck im Böhmerwald, bis zum südöstlichstem Punkt, nach Hirschenau. Insgesamt stehen rund 150 Kilometer und mehr als 2.300 Höhenmeter auf dem Programm. Doch hinter dieser sportlichen Herausforderung steckt eine Geschichte, die weit vor dem eigentlichen Lauf beginnt.

Drei Initiatoren des HeartRun Mühlviertel© HeartRun Mühlviertel: Niko Rudolf (26) aus Kirchschlag, Lukas Schauer 21) aus Auberg und Xaver Mitter (25) aus Auberg

Vom gescheiterten Marathon zur großen Vision

Die Idee zum HeartRun entstand nicht am Schreibtisch, sondern aus einer persönlichen Challenge heraus. Ursprünglich wollten drei Freunde ohne große Vorbereitung gemeinsam einen Marathon laufen. Kurz vor dem Start verletzten sich jedoch zwei von ihnen, darunter auch Initiator Lukas (21) aus Auberg. Nur ihr Freund Felix zog das Vorhaben durch und absolvierte den Marathon allein.

Doch damit war die Geschichte nicht zu Ende. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung entstand die Idee, einmal das gesamte Mühlviertel zu durchlaufen. Eine verrückte Idee. Vor allem deshalb, weil keiner der Beteiligten damals als ambitionierter Läufer galt.

"Wir waren davor wirklich keine Läufer und sind auch heute noch weit entfernt von Profiläufern", erzählt Lukas.

Genau daraus entstand schließlich der Gedanke, diese sportliche Herausforderung mit einem sozialen Zweck zu verbinden. Aus einer privaten Mutprobe wurde Schritt für Schritt ein Charity-Projet.


Unterstützung aus der Region

Früh war klar, dass das Projekt nur gemeinsam mit starken Partnern umgesetzt werden kann. Nach ersten Gesprächen erklärte sich der Tourismusverband Mühlviertel bereit, das Vorhaben zu unterstützen. Besonders Geschäftsführer Markus Obermüller erkannte schnell das Potential der Idee.

Gemeinsam wurde überlegt, wie möglichst viele Menschen erreicht werden können. Schnell fiel die Entscheidung, das Projekt vor allem über Social Media, insbesondere Instagram, aufzubauen. Was zunächst klein geplant war, entwickelte sich jedoch rasch zu einer deutlich größeren Bewegung.

Für die Produktion von Videos und Inhalten kamen mit Sandra (22) aus Niederwaldkirchen und Konrad (19) aus Auberg zwei weitere Freunde ins Team. Aus einer Idee von wenigen Personen wurde ein Gemeinschaftsprojekt vieler engagierter Menschen.


Über 100 Telefonate für den guten Zweck

Besonders beeindruckend ist der Weg, wie die Familien ausgewählt wurden, die vom HeartRun profitieren sollen.

Von Beginn an stand fest, dass die Spenden im Mühlviertel bleiben sollen. Doch wie findet man jene Familien, die dringend Unterstützung benötigen?

Die Antwort: mit viel persönlichem Einsatz.

Insgesamt wurden alle 117 Gemeinden aus dem Mühlviertel kontaktiert, um einen Überblick über mögliche Familien zu erhalten. Nach zahlreichen Gesprächen wurden 15 Familien vorgeschlagen. Anschließend nahm Lukas persönlich Kontakt zu allen Familien auf, um ihre Situation kennenzulernen und den konkreten Unterstützungsbedarf zu erheben. Schließlich entschied das Los auf drei Familien, deren Alltag von außergewöhnlichen Herausforderungen geprägt ist.


Drei Kinder, drei bewegende Schicksale

Der HeartRun läuft für Stefan, Raphael und Julian.


Stefan aus Liebenau

Stefan lebt mit dem seltenen Hallervorden-Spatz-Syndrom. eine starke Entwicklungsverzögerung, durch die der Junge mit seinen 4 Jahren immer noch nicht gehen, selbstständig essen oder nach einem Spielzeug greifen kann. Durch die außergewöhnliche Seltenheit dieser Krankheit ist nicht gewiss, ob er diese Fähigkeiten jemals erlernen kann. Im Zusammenhang mit seiner Entwicklungsverzögerung steht ebenfalls das Lennox-Gastaut-Syndrom. Ein Syndrom das epileptische Anfälle auslöst. Dies konnte mittlerweile medikamentös eingestellt werden. Trotzdem beschreiben ihn seine Eltern als lebensfrohen Jungen, der Menschen mit seinem Lächeln berührt.

Familie mit zwei KindernStefan aus Liebenau


Raphael aus Aigen-Schlägl

Der fünfjährige Raphael lebt mit dem Pilarowski-Björnsson-Syndrom. Eine seltene, genetische Erkrankung, welche vor allem Entwicklungsverzögerungen umfasst und von dem es bislang nur wenige dokumentierte Fälle gibt. Ein spezielles Kommunikations-iPad ermöglicht ihm seit kurzem, etwas einfacher mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten. Für die Familie bedeutet diese technische Unterstützung einen enormen Fortschritt, gleichzeitig sind damit aber auch hohe Kosten verbunden.

Mutter mit zwei KindernRaphael aus Aigen-Schlägl


Julian aus St. Georgen am Walde

Beim erst einjährigen Julian wurde bei der Geburt ein "knöcherner Sporn" festgestellt, der sein Rückenmark teilte. Nach einer Operation mit nur 8 Monate folgte dann die nächste Nachricht: Julian hat eine Cystische Fibrose, eine unheilbare Stoffwechselerkrankung, die ihn sein ganzes Leben begleiten wird. Therapien, medizinische Behandlungen und regelmäßige Betreuung bestimmen seinen Alltag. Dennoch gibt sein Lachen seinen Eltern jeden Tag neue Kraft.

Vater, Mutter und KindJulian aus St. Georgen am Walde


Für alle drei Familien soll der HeartRun finanzielle Entlastung schaffen. Direkt, transparent und ohne Umwege.


Aus drei Läufern wurde eine Bewegung

Auch bei den Läufern selbst gab es unerwartete Entwicklungen. Ursprünglich sollten drei Freunde die gesamte Strecke gemeinsam absolvieren. Doch als die Dimension des Projekts immer größer wurde und die mediale Aufmerksamkeit zunahm, wurde einigen die Herausforderung zu groß.

Anstatt aufzugeben, entschied sich Lukas für einen öffentlichen Aufruf auf Instagram. Die Resonanz übertraf sämtliche Erwartungen. Mehr als 20.000 Aufrufe generierte dieses Video. Über 25 Personen meldeten sich und erklärten sich bereit, die gesamte Distanz mitzulaufen. So fanden auch die beiden Hauptläufer zum Projekt: Xaver (25) aus Auberg und Niko (26) aus Kirchschlag bei Linz.


Die Strecke quer durchs Mühlviertel

Egal ob ein Kilometer, eine Tagesetappe oder die gesamte Strecke: jede Teilnahme zählt. Der Lauf wird dadurch nicht nur zu einer sportlichen Herausforderung, sondern zu einer gemeinsamen Bewegung für den guten Zweck. Die Route führt dabei einmal quer durch die Region.

Am ersten Tag startet der Lauf am Dreiländereck im Böhmerwald und führt bis nach Vorderweißenbach. Die zweite Etappe endet in der Region Hagenberg beziehungsweise Pregarten. Am dritten und letzten Tag geht es weiter bis nach Hirschenau.

Damit verbindet der HeartRun den nordwestlichsten mit dem südöstlichsten Punkt des Mühlviertels und macht die gesamte Region zum Schauplatz der Aktion.


Unternehmen laufen mit jedem Kilometer mit

Aktuell laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Ein zentrales Element des Projekts sind regionale Unternehmen. Diese können aus diversen Spendenpaketen wählen und so das gemeinnützige Projekt unterstützen. Ausgewählte "Herz-Partner" sollen künftig pro gelaufenen Kilometer einen bestimmten Betrag in den Charity-Topf einzahlen. Je mehr Menschen teilnehmen, desto größer wird die Unterstützung für die Familien.

Um Firmen für das Projekt zu gewinnen, produziert das Team derzeit entsprechende Videos und Trailer. Diese werden gemeinsam mit Spendenpaketen an Unternehmen verschickt. Geplant sind unter anderem Logo-Präsenz auf Shirts, Sozialen Medien sowie verschiedene Partnerschaftsmöglichkeiten.

Auch zwei bekannte Hotels entlang der Strecke haben bereits ihre Unterstützung zugesagt und stellen dem HeartRun-Team Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Rückmeldungen aus der Region seien durchwegs positiv.


Ein QR-Code auf weißem Hintergrund

Digitale Unterstützung und gemeinsames Erlebnis

Parallel dazu wird an einer eigenen "HeartRun"-Challenge geplant. In einer App sollen sich Teilnehmer registrieren können, damit die gemeinsam zurückgelegten Kilometer dokumentiert werden können.

Zusätzlich wird es entlang der Strecke Verpflegungsstationen geben. Für besonders engagierte Teilnehmer sind kleine Überraschungen vorgesehen.

  • Wann: 24. bis 26. Juli 2026
  • Mitmachen: Einfach dem Strava Club "HeartRun Mühlviertel" beitreten und mitlaufen. Den Link zum Beitreten findet ihr auf der Website. 


Wenn das ganze Mühlviertel zusammenläuft

Was den HeartRun besonders macht, ist die Botschaft hinter dem Projekt. Hier geht es nicht um Bestzeiten, Wettkampfdruck oder sportliche Höchstleistungen. Die Initiatoren betonen immer wieder, dass niemand alleine laufen muss. Vielmehr soll sichtbar werden, was möglich ist, wenn eine ganze Region zusammensteht.

Der HeartRun verbindet Sport, soziales Engagement und regionale Verbundenheit auf eine Weise, die im Mühlviertel offenbar einen Nerv getroffen hat. Aus einer verrückten Idee unter Freunden wurde innerhalb weniger Monate eine Bewegung, die Menschen, Unternehmen und Gemeinden miteinander verbindet.


So können Sie helfen

Wer nicht selbst mitlaufen kann, kann die Mission durch eine direkte Spende unterstützen. Die Organisatoren garantieren, dass 100% der Gelder transparent und ohne Umwege bei den Familien ankommen.


02.06.2026 14:20